So stark stiegen & fielen die Gutachten

So stark stiegen und fielen die Gutachtenaufträge (Wendepunkt Reform 2017)  

Die Zahl der Psychotherapie-Gutachten ist zwischen 2007 und 2016 um ca. 38% gestiegen.

Den größten Löwenanteil für diesen Anstieg stammt aus den erhöhten Zahlen der Verhaltenstherapie. Während in diesem Zeitraum die Gutachten für die analytisch begründeten Verfahren (TP/AP) nur um 12% gestiegen sind, stieg die Gutachten-Zahl in der Verhaltenstherapie um 69%.

Durchschnittlich wurden in diesem Zeitraum etwa 325.000 Gutachten pro Jahr bearbeitet. Die Anzahl der Gutachtenaufträge hängt mit der Anzahl der beantragten Psychotherapien zusammen, ist aber nicht mit dieser identisch, sondern sogar geringer. Denn zum 01.04.2017 gab es eine umfangreiche Strukturreform durch die u.a. Kurzzeittherapien und Fortführungen von Langzeittherapie generell nicht mehr gutachterpflichtig wurden. Die Krankenkassen können seither in diesen Fällen ohne Gutachten entscheiden. Die Zahl der Gutachten ist dadurch 2017 stark zurückgegangen. Bis dahin ist sie aber unter Einfluss der VT stark gestiegen.

Gehen Sie einmal auf diese Seite der KBV

https://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/40646.php

und machen sich selbst ein Bild, indem Sie den Graphen individuell anklicken können. Das Bild unten zeigt den Anstieg der Gutachtenaufträge entlang aller Verfahren. Man sieht den Anstieg von 2007 bis 2017, der fast ausschließlich auf die VT zurückzuführen ist. Das Bild zeigt eindrucksvoll wie reformbedingt die Anzahl der Gutachten ab 2017 rapide nachgelassen hat, aufgrund der o.g. Punkte.

Abb. Quelle: KBV

 

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych. Ingo Jungclaussen.

 

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