Kategorie: <span>artikel</span>

Wie wird man Gutachter und wie viele gibt es?

Aktuell gibt es für alle 3 Verfahren (TP, AP, VT) 566 Gutachter, 55 Gutachter für die Bearbeitung von Zweitgutachten (früher: Obergutachten). (Stand: 3.4.2020, Quelle KBV: https://www.kbv.de/html/gutachterverfahren.php

Diese Anzahl ist knapp um das Dreifache höher, gegenüber der Gutachterzahl vor der 2017er Reform. Ab 1. Januar 2018 wurden durch die Strukturreform der ambulanten Psychotherapie sehr viele neue Gutachter ernannt. Vor der Reform betrug die Anzahl der Gutachter z.B. für TP und AP knapp 100 Gutachter.

Die KBV stellt alle Kriterien und Daten auf ihren Seiten sehr transparent dar.

Um sich als Gutachter bewerben zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Approbation und Fachkunde als Grundqualifikation
  • fünfjährige Berufstätigkeit
  • fünfjährige und aktuell andauernde Dozenten- und Supervisorentätigkeit
  • dreijährige vertragsärztliche Tätigkeit
  • aktuell andauernde vertragsärztliche Tätigkeit

Übrigens: Seit 2018 gibt es jetzt auch erstmalig Gutachter, mit alleiniger Fachkunde in TP. Vorher wurden – wie sich sicher viele erinnern können- die TP-Anträge ausschließlich von psychoanalytischen Gutachtern begutachtet. Das hat sich inzwischen geändert. Der Umkehrschluss ist aber falsch: Anzunehmen, dass TP-Anträge nur von TP-Gutachtern begutachtet werden, ist falsch: TP-Anträge können auch weiterhin von analytischen Gutachtern begutachtet werden.

Das Bild oben zeigt eine ironisch zugespitzte Darstellung des Gutachters, der von vielen als der „böse“ Gutachter erlebt wird, da er über Bewilligung oder Nichtbewilligung der beantragen Therapie entscheidet. Dieses Zerrbild hat sich hoffentlich auch durch die Bemühungen der KBV, in Richtung mehr Interkollegialität und Transparenz verbessert.

Die genauen Statuten, wie und wann man sich als Psychotherapie-Gutachter bewerben kann finden Sie auf den Seiten der KBV unter „Psychotherapie“ > „Gutachterverfahren“

Die Anzahl wird sich nochmal um die systemischen Gutachter erhöhen, wenn die Systemische Psychotherapie ab dem 1.7.2020 zum Kassenverfahren wird.

Oder hier: https://www.kbv.de/html/26975.php

Dr. Dipl.-Psych. Ingo Jungclaussen.

 

Hier geht’s zur Übersicht aller bisherigen Blog-Artikel zum Thema Gutachterverfahren und Psychodynamik

Wenn Sie regelmäßig über neue Blog-Artikel dieser Art (inkl. Fortbildungstermine) informiert werden möchten, dann tragen Sie sich hier in den kostenlosen Newsletter ein.

 

Wie kam es zum Gutachterverfahren?

Psychotherapie auf Krankenschein – wie kam es eigentlich zum Gutachterverfahren?

Das deutsche Psychotherapiewesen und seine hohe Qualität sind in dieser Form einmalig. Es gibt zwar in anderen Ländern (z. B. in Österreich, der Schweiz oder Finnland) ebenfalls z. T. über das Solidarsystem finanzierte psychotherapeutische Versorgungssysteme. Aber dass das Solidarsystem über die Gesetzlichen Krankenkassen z. B. eine analytische Psychotherapie mit bis zu 300 Stunden zu festgelegten Honorarsätzen auch nicht ärztlichen, sondern psychologischen Psychotherapeuten finanziert, wie dies in Deutschland erfolgt, sucht weltweit seinesgleichen.

Wie kam es eigentlich zum Prüf-Instrument, dem Gutachterverfahren, welches diese besondere Situation sicherstellt und regelt?

Wenn Psychotherapie also im Sinne der Krankenkassen »etwas bringen« sollte, müssten psychisch kranke Patienten nach der Therapie für die Krankenkassen zumindest weniger Folgekosten verursachen als vor der Therapie. Anhand der bekannten Krankenhausaufenthaltsstudie von Annermarie Dührssen und Kollegen 1965 konnte nachgewiesen werden, dass die behandelten AOK-Patienten nach der Therapie durchschnittlich signifikant seltener ins Krankenhaus mussten als vor der Therapie. (Rüger 2007). Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, dass die behandelten Patienten nach der Therapie sogar nur halb so oft ins Krankenhaus mussten wie der gesunde »Otto Normalverbraucher« (ohne psychische Störungen und ohne Therapie).

Die Ergebnisse, der »Krankenhausaufenthaltsstudie«, welche repliziert werden konnten, hatten Pioniercharakter (Rüger 2007) und waren für die Krankenkassen letztlich so überzeugend, dass Psychotherapie zu einer kassenfinanzierten Regelleistung wurde. Nachdem die Krankenkassen von der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und dem Nutzen von ambulanter Psychotherapie also überzeugt waren, musste nun ein Prüfsystem konzipiert werden, das gegenüber den Krankenkassen sicherstellte, dass nur »echte« psychische Störungen von Krankheitswert nur so lange wie nötig (sprich Stundenbegrenzung) behandelt werden und nur wissenschaftlich anerkannte Therapiemethoden zum Einsatz kommen, deren Erfolg prognostisch günstig einzuschätzen ist. Dieses Prüfsystem, dass also nur notwendige, zweckmäßige und wirtschaftliche Therapien bezahlt werden sollten, war das Gutachterverfahren und existiert seit 1967. Das war die Voraussetzung, dass ambulante Psychotherapie in die Kassenversorgung eingeführt wurde.

Ein Kollege brachte dies einmal in meinem Seminar salopp auf den Punkt: »Okay, dann ist das Gutachterverfahren die Kröte, die wir schlucken müssen, um den weltweit einmaligen Luxus einer vom Gemeinwesen bezahlten Psychotherapie zu haben.«

Über die Zukunft des Gutachterverfahrens s. anderer Artikel.

Dr. Dipl.-Psych. Ingo Jungclaussen.

Hier geht’s zur Übersicht aller bisherigen Blog-Artikel zum Thema Gutachterverfahren und Psychodynamik

Wenn Sie regelmäßig über neue Blog-Artikel dieser Art (inkl. Fortbildungstermine) informiert werden möchten, dann tragen Sie sich hier in den kostenlosen Newsletter ein.

 

Links/ Buchtipps zur Vertiefung Thema Gutachterverfahren:

Jungclaussen (2018). Handbuch Psychotherapieantrag- Psychoanalytische Theorie und Ätiologie, PT-Richtlinie, Psychodynamik, Psychogenetische Konflikttabelle, Fallbeispiele. Stuttgart: Schattauer Verlag.

Hilfreiche Übersichts-Seite zum Bericht an den Gutachter von Dunja Voss (Links zu verwandten Themen, Erläuterungen, Literatur-Tipps uvm.) hier

Lieberz (2018): https://www.aerzteblatt.de/archiv/200269/Reformen-in-der-Psychotherapie-Quantitaet-statt-Qualitaet

Beutel. M. et al (2020). Psychodynamische Psychotherapie.

Ab. S. 102 f hier

http://www.sabineschaefer.com/fileadmin/user_upload/Artikel_S.Schaefer/PA_2-2010_GAV_Schaefer_ms.pdf

 

Weitere Büchertipps zum Thema Gutachterverfahren finden Sie auf meiner Literatur-Empfehlungsseite hier

Keywords im Artikel:

  • Gutachterverfahren
  • Bericht an den Gutachter
  • Psychotherapie
  • Krankenkassen
  • Qualitätssicherung

Übersicht: Eigene innovative Ansätze in der Didaktik der Psychodynamischen Psychotherapie

Eine große Leidenschaft in meinen Büchern sowie Fortbildungen und allen anderen Konzepten ist die Entwicklung und Umsetzung neuer didaktischer Formen in der Vermittlung der Psychodynamischen Psychotherapie. Innovative didaktische Ansätze sind gerade in
Zeiten der Reform der Psychotherapie-Ausbildung dringend notwendig. Interessierte Einrichtungen oder Hochschulen nehmen gerne Kontakt mit mir auf. Als Seminarteilnehmer profitieren Sie von diesen Konzeptionen durch eine Vielzahl an Abbildungen, Leitfäden, Animationen und Materialien, die Sie als Handouts oder Präsentationen erhalten. Die Auflistung umfasst neben den Psy-Dak- Arbeiten, auch Projekte in Kooperation mit der Hochschulen (Professur an der FHM Köln bis 2024 sowie Kooperationshochschulen im Rahmen von geförderten Lehr-Lern-Projekten)

Eine Übersicht über 20 verschiedener wissenschaftlicher didaktischer Arbeiten seit 2009 bis heute finden Sie hier:

2024

Psychodynamik-App:

Eine neue digitale Lern- und Arbeitshilfe (App) für die Fallkonzeption. Störungskonzept auf einer Seite mit Kompendium der wichtigsten Fachbegriffe. Ihre mehrdimensionale Hilfe für den Antragsbericht im Gutachterverfahren, für Supervision, Intervision, QZ, Qualitätssicherung, Behandlungsdokumentation und Fortbildung. Alle Infos unter www.psychodynamik-app.de

 

 

E-Learning-Akademie:

Fortbildungszertifizierte Online-Selbstlernkurse unter www.elearning-tiefenpsychologie.de

(www.frag-freud.de)

 

d314c87b-c18f-46ff-95db-2aa3ba43a988

Die Entwicklung des Menschen aus psychoanalytischer Sicht (wissenschaftliches Erklärposter)

Dieses wissenschaftliche Erklärposter, aus der Feder von Buchautor Dr. Ingo Jungclaussen, fasst die über 100-jährige Geschichte und Entwicklung der psychoanalytischen Theorienwelt auf anschauliche und fundierte Weise zusammen. Es zeigt die Vielfalt der theoretischen Perspektiven, die sich im Laufe der Jahrzehnte entwickelt haben, und beleuchtet dabei zentrale Ansätze, die das Verständnis menschlicher Entwicklung und Psychodynamik geprägt haben. Infos hier

 

2023:

Psychodynamik-Navi: (Software)

Browserbasierte digitales Programm für den Bericht an den Gutachter. www.psychodynamik-navi.de

 

 

Tiefenpsychologie-Song: (Kreatives)

Kreativ-didaktisches Experiment: Der welterste Tiefenpsychologie-Song: hier

 

2022:

H5P Videso – Interaktive Lernvideos

Im Videobild (Rollenspiel Therapeut-Patient) werden für Sie Schaltflächen eingeblendet; wenn Sie diese anklicken, werden Ihnen Zusatz-Informationen für vertieftes Lernen angeboten, für selbstreguliertes eigenständiges Lernen. Sie können dieses Zusatzangebot so oft wie gewünscht nutzen. Die Videos lassen sich in Learning Management Systeme (LMS) wie moodle integrieren. Kostenloser Schnupperkurs hier

 

Kreismodell (wissenschaftliche Qualitätssicherung/Qualitätsmonitoring)

Ziel des sog. “Kreismodells” (Konzept: Ingo Jungclaussen,/Psy-Dak) ist es, ein neuartiges digitales Instrument zu erforschen, das den psychotherapeutischen Prozess verbessern bzw. optimieren soll (Qualitäts-Monitoring durch Prozessfeedback). Es verfolgt einen digitalen, verfahrensübergreifendes, intersubjektiven und fallorientierten Ansatz. Das Kreismodell ermöglicht es, dass sowohl Therapeut*in als auch Patient*in dem gemeinsamen psychotherapeutischen Prozess entlang zentraler Qualitätskriterien als Selbstauskunft eine individuelle Rückmeldung geben. Die Abbildung 1 zeigt 4 polar angeordnete Achsen, mit insgesamt 8 Polen. Die Konstruktion der Achsen erfolgte theorie- bzw. forschungsbasiert, d. h. die Ergebnisse der Psychotherapie-Wirkungsforschung wurde gesichtet und umfassend berücksichtigt. Unter Berücksichtigung der Psychotherapie-Forschung lassen sich alle wissenschaftlich begründeten Wirkfaktoren verdichten (“destillieren”) und auf 4 polar angeordnete Haupt-Dimensionen anordnen. Die vier polar angeordneten Achsen lauten: 1. Beziehung/Empathie vs. gedankliche abstrakte Meta-Ebene; 2. Ressourcenaktivierung vs. Problemaktualisierung; 3. Bewältigungsorientierung vs. motivationale Klärung & Einsicht; 4. Kontrolle/Struktur vs. Autonomie/Offenheit.

Zugang und Informationen zum Modell finden Sie unter www.therapiefeedback.de

 

Identifikationen (Ebook)

Infos hier

 

Hochschuldidaktisches Projekt mit interaktiven Lehr-Lern-Video zum Thema Neurosenstrukturen (Lehrprojekt FHM-Köln)

Im Frühlings-Trimester 2022 unterrichtete ich im Rahmen meiner Professur für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Fachhochschule des Mittelstands in Köln die Psychologie-Gruppe (26-K-VZ). Die Aufgabe bestand darin ein eigenes Lehr-Lern-Projekt zu konzipieren; und dieses unter meiner Betreuung  eigenständig zu konzipieren, anzuwenden und auszuwerten. Der Student Herr Lennard Stein interessierte sich als Psychologie-Student stark für das Themenfeld der Persönlichkeitsstrukturen (im klinisch-therapeutischen Kontext spricht man auch von Neurosenstrukturen). Der Student entwickelte unter meiner Betreuung vier interaktive Lern-Lehr-Videos, zu den o.g. vier Persönlichkeitsstrukturen (s. Bild). Bei den Videos handelt es sich um sog. h5p Videos. Zur Anwendung kam die kostenlose App Lumi. Zentraler Bestandteil dieser h5p-Videos sind interaktive Schaltflächen, die im Videobild erscheinen. Wenn Lernende hierauf klicken, erhalten sie zu der jeweiligen Stelle Zusatzinformationen bzw. Fragen zu einem bestimmten Aspekt, der gerade im Video inhaltlich behandelt wird. So erhalten die Lernenden eigenaktiv die Möglichkeit, zu entscheiden, ob sie diese inhaltlichen Zusatzfunktionen (als Erläuterungs-Text oder Wissens-Frage) als Lernangebot individuell nutzen oder den Film erstmal weitersehen wollen (ohne interaktive Zusatzinfos). Gleichzeitig können sie auch entscheiden, wie oft sie diese Schaltflächen nutzen wollen, da man in den Videos beliebig oft hin und her wechseln kann. So gestaltet sich der Lernprozess individuell, interaktiv und selbstgesteuert. Die interaktiven Videos werden in Kürze in meiner E-Learning-Akademie zu finden sein. HIER

Interessierte sowie interessierte Kooperationspartner nehmen gerne mit mir Kontakt auf.

Weitere Informationen zum Projekt HIER

2021:

e76e33cc-990e-494a-bc49-3193b5e50e7a

Die Welt der Psychotherapie – 4 Paradigmen auf einem Blick (wissenschaftliches Erklärposter)

Infos hier

 

2020:

SAFT-Frageboge (Klinisches Instrument)

Schulen-übergreifender ambulanter klinischer Fragebogen für Therapeuten. (Quelle: Frei downloadbar hier)

 

 

2019:

Beispielszene: Schauspielpatientin Tanja mit Therapeut Dr. Lars Hauten

Ein Lehr-Lern-Projekt mit Patienten-Videos zur Vermittlung praxisbezogener und verfahrensspezifischer Inhalte im neuen universitären Psychotherapie-Studium in Kooperation mit der Universität Hildesheim.

Auf Einladung vom Projektleiter Kröger (Psychologie, Uni Hildesheim) wurden Lars Hauten und ich beauftragt für den Bereich der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie ein spezifisches Patienten-Therapeuten-Video zu konzipieren, zu didaktisieren und zu produzieren. Hierbei handelte es sich um ein vom Land gefördertes hochschuldidaktisches Projekt. Weitere Kooperationspartner waren u.a. Kosfelder (Bereich Verhaltenstherapie) und Schultz-Venrath (Bereich Mentalisierungsbasierte Psychotherapie). Interessierte nehmen gerne mit mir Kontakt auf.  Das Projekt wurde von der Arbeitsgruppe um Kröger wissenschaftlich evaluiert und 2023 publiziert. HIER

 

 

Ätiologie-Supervisions-Folien-Kärtche (klinisches Arbeitsmaterial)

Darstellung einer Konflikt-, Struktur- und
Trauma-Ätiologie, anhand von Folien, die eine komplexe Überlagerung von konflikt-,
struktur- und traumabedingten Störungsanteilen visualisieren. Einsetzbar in
Supervisionen und Seminaren (Quelle: in meinen Supervisionen und Psy-Dak-
Seminaren)

 

 

2018:

Komplementäres Modell Psychodynamischer Konfliktdiagnostik- KMK- (Psychoanalytische Konzeptforschung):

Entwickeltes Konzept in der klinischen Diagnostik: Der beobachtungsgelenkte diagnostische Konfliktansatz der OPD auf der einen und ein theorie-geleiteter Konfliktansatz zur psychogenetischen Rekonstruktion auf der anderen Seite werden im Rahmen eines neuen komplementären diagnostischen Modells im Sinne einer Synthese zusammengeführt. (Handbuch Teil D sowie wissenschaftlicher Grundlagenartikel KMK-Ansatz hier)

 

 

Der Psychodynamik-Leitfaden für KONFLIKT-Störungen (Heuristik, Komplexitätsreduktion Störungsverständnis)

Dieser fasst im Sinne einer Heuristik die impliziten inhaltlichen Schlüsselanforderungen einer Psychodynamik für eine Konflikt-Störungs-Ätiologie  explizit zusammen und strukturiert diese in 7 Schritten. Sie sehen das Bild zu einem Schritt, von insgesamt 7 Schritten. (im Handbuch finden Sie im Buchteil C alle 3 Leitfäden konzeptualisiert, sowie in den Seminaren) Die Psychodynamik-Leitfäden wurden bislang u. a. zitiert im Buch von Gödde und Mackenthun.

 

Der Psychodynamik-Leitfaden für STRUKTUR-Störungen (Heuristik, Komplexitätsreduktion)

Dieser fasst im Sinne einer Heuristik die impliziten inhaltlichen Schlüsselanforderungen einer Psychodynamik für eine Struktur-Störungs-Ätiologie  explizit zusammen und strukturiert diese in 7 Schritten. Sie sehen das Bild zu einem Schritt, von insgesamt 7 Schritten. (im Handbuch finden Sie im Buchteil C alle 3 Leitfäden konzeptualisiert, sowie in den Seminaren) Die Psychodynamik-Leitfäden wurden bislang u. a. zitiert im Buch von Gödde und Mackenthun.

Den Trauma-Leitfaden finden Sie auch in diesem Fachartikel hier) In der Psychodynamik-Seminarbeschreibung Tag 1 finden Sie neben einer weiteren Beschreibung auch eine Abbildung.

 

2017:

Meta-Bild basic (wissenschaftliches Erklärbild Psychoanalyse)

Visuelle Zusammenschau mehrerer psychodynamischer Theorie-Konstrukte (Meta-Theorien; Entwicklungsphasen, psychosexuelle Phasen, Struktur,
Konflikte) (Jungclaussen (2018): Handbuch Psychotherapieantrag Teil D)

 

 

2016

10 didaktische Axiome für die Psychodynamische Psychotherapie

Eine erfolgreiche didaktische Vermittlung des komplexen Themenfeldes der Psychoanalyse/Tiefenpsychologie stellt eine besondere Herausforderung dar, wenn sie nicht als schwer verständlich, abgehoben oder gar elitär erlebt werden soll.

Meine Erfahrung zeigt, dass bei der erfolgreichen Vermittlung der Psychodynamischen Psychotherapie folgende 10 zentralen Aspekte zu berücksichtigen sind. HIER

2013:

Die Psychodynamik-Animation: (Multi-mediale Didaktisierung psychodynamisches Störungsmodell)

Die bewegte Animation des o.g. Psychodynamik-Leitfadens, welche das innere Kräftespiel der Psyche dynamisch und visuell
veranschaulicht. (Bislang nur in den Psy-Dak Seminaren und perspektivisch als E-
Learning-Modul www.frag-freud.de beziehbar. Appetizer hier)   Im o.g. Video finden Sie eine Kurzdarstellung der Animation im Vortrag ab der Min. 27:20. Video hier

Webseite hier

 

Seit 2012:

Cartoon-basierter illustrierender Ansatz

(Cartoons von Hans Biedermann alias
(„hennes“): eine mit Cartoons humorvoll veranschaulichte und in verständlicher
Sprache verfasste Zusammenfassung der 4 psychoanalytischen Haupt-Theorierichtungen (Handbuch Teil B)

 

Psychogenetische Konflikttabelle (Arbeitsheuristik):

eine neue Heuristik in psychodynamischen
Konflikt-Diagnostik (zu finden in meinem Handbuch Teil D oder als Handout im Psychodynamik-Seminar Tag 2); Die PGK ist dabei Bestandteil des Komplementären Modells Psychodynamischer Konfliktdiagnostik. Übersichtsartikel im Psychotherapeutenjournal hier; Blog-Artikel hier)

 

6 Grundfähigkeiten psychotherapeutischen Arbeitens (Arbeitsheuristik)

Reduktion der Komplexität durch eine visuelle Abbildung 6
Grundfähigkeiten für erfolgreiches psychotherapeutisches Arbeiten
(Quelle: Jungclaussen (2018): Handbuch Psychotherapieantrag, Buch-Teil C)
Sie sehen die leicht veränderte Abbildung aus der Auflage von 2018.

 

 

Das „Orchester“-Modell (Arbeits-Heuristik):

Visualisierte Darstellung der strukturellen Fähigkeiten in
einem Bild (Buchteil C) Die Abbildung wurde inzwischen in mehreren Fachbüchern
von Boll-Klatt & Kohrs zitierend aufgegriffen hier und hier.
Sie sehen die leicht veränderte Abbildung aus der Auflage von 2018.

 

Das „Pferde“-Modell: (Visualisierung psychoanalytischer Konfliktbegriff)

Visualisierte Darstellung des Wunsch-Abwehr-Modells in einem Bild (Handbuch Teil C)

 

12 Aspekte des neurotischen Konflikts: (Psychoanalytischer Konfliktbegriff: Implizites explizit machen)

Runterbrechen der grundlegenden Merkmale des neurotischen Konflikts auf 12 Haupt-Aspekte mit einem Fallbeispiel
(Handbuch Teil C oder im Psychodynamik-Seminar Tag 1)

 

Ubw. Beziehungsrepräsentanz; Grundkonflikt, Abwehr; Auslöser, Aktuell wirksamer unbewusster Konflikt (AWUK), Symptom
(copyright: Jungclaussen; Psy-Dak)

Icon (Visualisierung)

Visualisierung, Strukturierung und Memorierung von Lernprozessen.
(Jungclaussen (2018): Handbuch Psychotherapieantrag

 

(In einem zurückliegenden Vortrag im Jahre 2016 stelle ich im Video einige wichtige didaktische Arbeiten persönlich vor. Video hier)

 

Sonstige Projekte

Psychoanalyse-Kalender mit Ki-Bildern:

Hier

Schauspiel-Patienten-Videos (Hochschul-Lehr-Lernprojekt)
Zusammenarbeit mit der Niedersächsischen Universität in Hildesheim (gefördertes Projekt Innovationen in der Lehre)

Ausblick: Theorielandkarte:

Zur Komplexitäts-Reduktion Darstellung aller psychoanalytischer Theorien von Anbeginn bis heute in Form eines Stammbaumes
(in Planung, Interessierte nehmen gerne mit mir Kontakt auf)

Im Rahmen meiner kumulativen Dissertation an der Universität Köln konnte ich mich mit
didaktischen Fragenstellungen in der Psychodynamischen Psychotherapie wissenschaftlich
auseinandersetzen. Den Manteltext der Dissertation finden Sie hier und die dazugehörigen
Fachartikel hier. Sprechen Sie mich bei Interesse gerne auf diese Arbeiten an.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ingo Jungclaussen/ www.psy-dak.de

Hier geht’s zur Übersicht aller bisherigen Blog-Artikel zum Thema Gutachterverfahren und Psychodynamik

Wenn Sie regelmäßig über neue Blog-Artikel dieser Art (inkl. Fortbildungstermine) informiert werden möchten, dann tragen Sie sich hier in den kostenlosen Newsletter ein.

 

 

 

 

 

 

Keywords Artikel:

  • Didaktik Psychodynamische Psychotherapie
  • Didaktik Psychoanalyse
  • Didaktik Tiefenpsychologie
  • Psychoanalyse lernen/ Vermittlung Grundlagen Psychoanalyse
  • Didaktik Psychologie

Zusammenhang zwischen Struktur und Konflikt

Ein zentraler Fortbildungs- und Diskussionspunkt in meinen Seminaren ist die Frage nach
dem Verhältnis zwischen Struktur und Konflikt in der Psychoanalyse bzw. der Psychodynamischen Psychotherapie.
Diese spannende Frage hat durch das Aufkommen der strukturbezogenen Psychotherapie
nach Rudolf an weiterer Relevanz gewonnen.

Eine entscheidende Frage lautet diesbezüglich oft: Was war zuerst da? Der Konflikt oder die
Struktur? (Was quasi der berühmten Frage nach der Henne und dem Ei entspricht)
Wenn Sie eher traditionell psychoanalytisch denken, bleibt der Konflikt stets der Haupt-Dreh-
und Angelpunkt in Ihrem Denken: Aus dieser Sicht war zuerst der Konflikt da und dann ergab
sich aus einem konflikthaften Geschehen das strukturelle Defizit. Wenn Sie indes mehr der
OPD und Rudolf folgen, dann kennen Sie vermutlich die bekannte Bühnen-Metapher (s. mein Handbuch (2018) auf S. 153 oder siehe hier auf S. 149): Nach
dieser benötigt es ein Mindestmaß an Struktur, damit ein innerer Konflikt danach erst
entstehen kann. Sie merken also, dass das Verhältnis zwischen Struktur und Konflikt sich je nach Ihrer
eigenen theoretischen Orientierung etwas anders betrachten läßt.

M. E. macht es nur Sinn, Konflikt und Struktur zusammen zu denken. Es gibt keinen
ungelösten Grundkonflikt ohne strukturelle Defizite als Grundlage und es gibt auch keine
strukturellen Defizite, die nicht konfliktbedingte Anteile/Ursachen haben.

Sowohl im Seminar als auch in meinem Handbuch gehe ich auf diese Fragestellung mit weiteren Antworten ausführlich ein.

Auch Ermann spricht in seinem interessanten Vortrag zum Thema auf den Lindauer
Psychotherapiewochen 2016 treffend davon, dass es in jeder Konflikt-Thematik strukturelle
Implikationen und in jeder Struktur-Thematik auch konfliktbezogene Implikationen gibt.
Sowohl im Seminar als auch in meinem Handbuch gehe ich auf diese Fragestellung
ausführlich ein. In den Seminaren erhalten Sie als Handout das sog. Orchester-Modell, als visuelle
Anschauung aller wichtigen strukturellen Ich-Fähigkeiten. Ebenso erhalten Sie eine
überarbeitete Version der Grundkonflikte-Abbildung von Rudolf, in der der jeweilige
strukturelle Störungsanteil enthalten ist. Auf meiner Webseite an dieser Stelle hier stelle ich Ihnen zahlreiche Links zu kostenlosen Angeboten im Internet zusammen (Struktur-Checklisten, Fragebögen etc.).
Ich freue mich Ihre Frage hierzu im Seminar beantworten zu können. Nicht selten ergibt sich
eine spannende Diskussion hierzu in der jeweiligen Seminargruppe.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ingo Jungclaussen.

Hier geht’s zur Übersicht aller bisherigen Blog-Artikel zum Thema Gutachterverfahren und Psychodynamik

 

Wenn Sie regelmäßig über neue Blog-Artikel dieser Art (inkl. Fortbildungstermine) informiert werden möchten, dann tragen Sie sich hier in den kostenlosen Newsletter ein.

 

Keywords im Artikel:

  • Struktur, strukturelle Störungen
  • Struktur-Achse
  • strukturbezogene Psychotherapie
  • Rudolf, Gerd
  • Konflikt,
  • Diagnostik
  • OPD
  • Psychoanalyse, Tiefenpsychologie
  • Bericht an den Gutachter
  • Fortbildung
Psychodynamische-Konfliktdiagnostik

Psychodynamische Konfliktdiagnostik- KMK Modell

Zum Erklär-Video (1 h) auf Bild (Eisberg) oben klicken!

Die Kurzversion (25 MIN.) des obigen Videos finden Sie HIER

 

Psychodynamische-Konfliktdiagnostik

Psychodynamisches Denken und Handeln ist eng mit dem Denken in Konflikten verbunden. In der gegenwärtigen psychodynamischen (Konflikt-)Diagnostik kommt der Operationalisierten
Psychodynamischen Diagnostik (OPD-2) dabei eine besondere Rolle zu.
Vielleicht haben Sie sich in Ihrem psychotherapeutischen Alltag schon einmal folgende Fragen gestellt:


– Wie ist eigentlich der OPD-Konflikt genau gemeint?
– Stellt der OPD-Konflikt einen “echten” unbewussten Grundkonflikt dar oder ist dieser nur die sichtbare Spitze des Eisbergs und ist der “wirkliche”

Grundkonflikt auch der gleiche oder ein anderer?
– Welche Rolle spielt in der OPD-Konflikt-Diagnostik die psychogenetische Rekonstruktion, also das theoriegeleitete Rekonstruieren der frühen Kindheit und der darin zu rekonstruierenden Grundkonflikte?
– Wie kann ich die lebensgeschichtlich gewachsenen unbewussten Sinnzusammenhänge in der Konfliktverarbeitung am besten erfassen und beschreiben?

Die OPD ist seit ihrem Erscheinen der Kritik ausgesetzt, psychoanalytische Grundpositionen aufzugeben. Im Bereich der Konflikte bezieht sich die Kritik vor allem darauf, dass das psychogenetisch erworbene unbewusste Konfliktmaterial eben nicht beobachtungsnah operationalisierbar sei, sondern sich erst in der theoriegeleiteten psychogenetischen (Re-)Konstruktion mit ihren biographischen Sinnzusammenhängen ganz erfassen und verstehen lasse. So stehen sich in der aktuellen Diskussion zu diesem Thema zwei Positionen gegenüber:

Psychodynamische-Konfliktdiagnostik
Das eher beobachtungsgelenkte Konflikt-Verständnis der OPD auf der einen und das eher theoriegelenkte Konflikt-Verständnis im Rahmen der psychogenetischen Rekonstruktion (eher traditioneller psychoanalytischer Ausrichtung) auf der anderen Seite. Als ein jüngeres Beispiel für letzteren Ansatz kann die Psychogenetische Konflikttabelle herangezogen werden, welche ich in meinen Fortbildungs-Seminaren seit 2008 schrittweise
entwickelt sowie didaktisch vermittelt habe. Dieses Instrument wurde erstmals im Handbuch Psychotherapieantrag 2013 (1. Aufl.) und dann 2018 (2. Aufl.) im Schattauer Verlag veröffentlicht.
In diesem Handbuch habe ich die oben beschriebenen Fragestellungen breit diskutiert. Diese Diskussion wurde dann in der 2. Auflage des Buches von Boll-Klatt & Kohrs aktuell aufgegriffen, welche ebenso ausführen, dass die OPD-Konflikte keine unbewussten Grundkonflikte im engeren Sinne erfassten, sondern vielmehr »die aus den Grundkonflikten aktualisierten Konflikte des Erwachsenenalters« (Boll-Klatt & Kohrs, 2018, S. 306).


In meinen Fortbildungs-Seminaren Psy-Dak werde ich dabei immer gefragt, ob meine Psychogenetische Konflikttabelle ein konkurrierendes Konfliktmodell zur OPD-Konflikt-Achse sei. Die Antwort lautet: Nein. Beide Modelle ergänzen sich. Über die Jahre hat sich immer mehr der komplementäre Charakter beider Ansätze in der praktischen Anwendung
herauskristallisiert. Zusammen mit meinem Berliner Kollegen Dipl.-Psych. Lars Hauten habe ich 2018 diesen komplementären diagnostischen Ansatz theoretisch ausgearbeitet, und als Komplementäres
Modell Psychodynamischer Konfliktdiagnostik – als „KMK“-Modell – im
Psychotherapeutenjournal publiziert. Diesen Artikel finden Sie zum kostenlosen Download hier.

Der neue Ansatz versteht sich dabei als Lösungsbeitrag, beide Perspektiven in einem Ergänzungsverhältnis zusammenzubringen und zu verbinden. Angestrebt wird die o.g. Synthese der nur vermeintlich unvereinbaren Perspektiven zum o. g. „Komplementären Modell
Psychodynamischer Konfliktdiagnostik“ (KMK).
Mit beiden Augen (Beobachtungs-Auge und Theorie-Auge) sehen Sie das ganze Bild, so dass sich neue Chancen für ein erweitertes psychodynamisches Verständnis ergeben. Das KMK-Modell ist ferner anschlussfähig an die Logik und Gliederung des Antragsbericht. Es stellt einen „Brückenschlag“ zwischen Theoriegeschichte, Erkenntnistheorie und klinischer Praxis dar und versteht sich als Beitrag zur psychoanalytischen Konzeptforschung (Leuzinger- Bohleber & Fischmann, 2006) Als Reaktion auf den o.g. Fachartikel im Psychotherapeutenjournal kam es ab 2019 über Instituts-Einladungen zu entsprechenden Fachvorträgen, in denen der KMK-Ansatz vorgestellt und in Fachkreisen diskutiert werden konnte. Sie interessieren sich für ein Seminar? Im Psychodynamik-/Antrags-Seminar Tag 2 werden die Teilnehmer in die Psychogenetische Konflikttabelle sowie in das Komplementäre Modell unter Berücksichtigung der OPD-Konflikte ausführlich eingeführt.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Ingo Jungclaussen.

Hier geht’s zur Übersicht aller bisherigen Blog-Artikel zum Thema Gutachterverfahren und Psychodynamik

Wenn Sie regelmäßig über neue Blog-Artikel dieser Art (inkl. Fortbildungstermine) informiert werden möchten, dann tragen Sie sich hier in den kostenlosen Newsletter ein.

Keywords im Artikel: 

  • Psychodynamische Psychotherapie
  • Konfliktdiagnostik
  • Konflikt, Konfliktachse
  • OPD /Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik
  • Komplementäres Modell Psychodynamischer Konfliktdiagnostik
  • Psychotherapieantrag
  • Bericht an den Gutachter, Gutachterverfahren